Samstag, 13. Januar 2018

Die Kamenzer Art, Probleme zu lösen



Unter einem Problem versteht man gemein hin einen ärgerlichen Zustand, der nach Veränderung ruft. Zum Beispiel ein tropfender Wasserhahn. Meistens gibt es mehrere Wege, diesen Zustand zu verändern: man kann eine neue Dichtung einbauen, einen neuen Wasserhahn montieren oder ihn einfach entfernen und einen Stopfen auf die Wasserleitung schrauben. Dann hat man zwar kein Wasser mehr, aber es tropft auch nicht mehr. Man kann natürlich auch erst mal nachschauen, ob der Wasserhahn auch richtig geschlossen wurde. Gegebenenfalls spart man sich dadurch die Reparaturkosten und Wasser hat man auch noch!
Die Nordstraße war früher, als es die Ortsumgehung noch nicht gab, eine der fünf wichtigsten Ausfallstraßen der Stadt in Richtung Bernsdorf – Ruhland – Autobahn. So nach und nach war sie eine richtige Holperstrecke geworden, ein Ärgernis eben für die Benutzer und Anwohner der Straße. Deshalb musste sie instand gesetzt werden und ist nun eine richtig schöne Verbindung in die beiden größten Gewerbegebiete von Kamenz an der Windmühle und am Ochsenberg.
Weil die Wirtschaft zur Freude aller Kamenzer auch dort gut in Schwung gekommen ist, fahren natürlich auch ziemlich  viele Autos dort hin, weit weniger als früher, aber immerhin! Das ärgert nun wieder ein oder zwei Anwohner, die aber anscheinend zu den so genannten Beamtenflüsterern zählen und erreicht haben, dass dieses „Problem“ sofort einer Veränderung zugeführt wird. Die sieht so aus, dass auf der jetzt richtig schönen Straße an zwei Stellen künstliche Verkehrshindernisse errichtet und damit gewollte Gefahren für den Autoverkehr geschaffen wurden. Die Straßenbreite wird durch eine Betonplatte von 7,20 m auf 5,40 m eingeschnürt. Danach wurde das Ergebnis durch eine automatische Einrichtung zur Verkehrszählung sogar noch „evaluiert“. Alles in Allem sollte das in der Stadtkasse mit mindestens 5000€ zu Buche geschlagen haben, die aber für solche  „wichtigen“ Angelegenheiten immer irgendwo zu finden sind. An Geldnot kann man da nicht mehr wirklich glauben. Die Kosten für die Schäden an den Reifen der Kraftfahrzeuge tragen ja deren Besitzer und fallen nicht weiter ins Gewicht und die Folgen für die dadurch verminderte Betriebssicherheit der Fahrzeuge reparieren, wenn noch notwendig, die Ärzte.
Mit einer Änderung ist vorläufig nicht  zu rechnen, weil der Kamenzer Oberbürgermeister am 11.11.2017 den Rathausschlüssel an die Narren abgegeben hat und ihn erst am Aschermittwoch zurückbekommt. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass sich ein hochgestellter Mitarbeiter der Stadtverwaltung  an einer dieser Stellen sein Auto demoliert. Dann ist der Spuk schneller vorbei, als er gekommen ist.



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