Sonntag, 11. Oktober 2015

Schulkollaps in Sachsen gemeinsam verhindern!


Zur Veröffentlichung „Schulen am Limit“ in der Sächsischen Zeitung erklärt Marion Junge, Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Stadträtin und Kreisvorsitzende der Linken im Landkreis Bautzen:
Der Kreiselternrat in Bautzen warnt wegen der vielen Ausfallstunden in den Schulen vor dem Kollaps. Die Probleme sind in diesem Schuljahr noch weitaus größer als in den vergangenen, so der stellvertretende Vorsitzende der Kreiselternrates Andreas Wolf. „Wir haben inzwischen die größten Bedenken, dass das Schulsystem kollabieren könnte“, sagt Wolf.
Laut Bildungsagentur Bautzen gibt es für dieses Schuljahr noch keine Statistik. Seit ein paar Tagen ist jedoch bekannt, dass die Zahl der offiziellen Ausfallstunden weiter angestiegen ist, von 3,3 auf 4,3 Prozent. Das heißt, mehr als jede 25. Unterrichtsstunde ist ersatzlos ausgefallen. Nicht eingerechnet in die Statistik sind die vielen nicht fachgerecht vertretenden Unterrichtsstunden, die Selbstbeschäftigung von Klassen und Doppelbesetzungen von Lehrern.
Auf Initiative der Fraktion DIE LINKE fand am 16. September 2015 eine Aktuelle Debatte im Sächsischen Landtag zum Thema „Alle Jahre wieder: das Märchen vom reibungslosen Start ins neue Schuljahr“ statt. Auch wir haben die verfehlte CDU-Personalpolitik im Bildungsbereich kritisiert und gefordert mehr Lehrer/innen dringend einzustellen. Aufgrund einer weiteren Zunahme an Schulkindern aus anderen Ländern werden insbesondere Sprachlehrer/innen (sogenannte DAZ-Lehrer/innen), Sozialpädagogen und Psychologen benötigt.
Laut Kultusministerin wurden in diesem Schuljahr 964 Lehrer/innen neu und unbefristet eingestellt. 755 Lehrer/innen sind jedoch im Schuljahr 2014/15 ausgeschieden. Dazu wurden 50 DAZ-Lehrer/innen befristet eingestellt und es sollen noch weitere 150 DAZ-Stellen in diesem Schuljahr dazu kommen.
20 Prozent der neueingestellten Lehrer/innen sind jedoch schulartfremd und weitere 20 Prozent sind Seiteneinsteiger. Also, knapp 400 der neu eingestellten Lehrer/innen haben nicht die richtige fachliche Qualifikation.
„Ich halte diese CDU-Bildungs- und Personalpolitik in Sachsen für fatal, weil durch Stundenausfall, ständig wechselnde und überlastete Lehrer/innen, große Klassen und schulfremdes Personal die Bildungsqualität weiter abnimmt. Die Langzeitauswirkungen sind so gravierend für Bildung, Kultur, Politik und Wirtschaft, so dass ich alle im sächsischen Schulsystem Beteiligten und Verantwortlichen auffordere, sich für eine aufgabengerechte und zukunftsfähige Schule einzusetzen.
Das größte Problem besteht derzeit darin, dass die Staatsregierung und die Kultusministerin Frau Kurth nicht bereit sind, die anstehenden Probleme in den Schulen zu erkennen, geschweige zu lösen. Wir brauchen endlich eine problemlösende Bildungspolitik mit den Lehrern, Eltern, Schülern und Bildungsträgern“, so Marion Junge.

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