Freitag, 25. September 2015

Stadtumbau in Kamenz geht weiter!


Die Stadt will bis 2020 fast elf Millionen Euro über europäische Fördertöpfe anzapfen. Das Grobkonzept dafür steht.

SZ Kamenz, 25.09.2015, von Frank Oehl

Die Lessingstadt weiß, wie man Fördermöglichkeiten erschließt. Das war im Herrental so gewesen und in den Stadtumbaugebieten sowieso. Und das soll auch für die nächste EU-Förderperiode gelten, die bis 2020 läuft.

Der Stadtrat hat deshalb am Mittwochabend ein „Handlungskonzept“ für die weitere „nachhaltige Stadtentwicklung“ beschlossen. Es ist geeignet, sowohl den europäische Strukturfonds für regionale Entwicklung, als auch den europäischen Sozialfonds anzuzapfen, die miteinander verzahnt sind. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die Stadt mit ihren eingekreisten Fördergebieten in die engere Wahl kommt. Immerhin beträgt der Zuschuss im EU-Strukturfonds 80 Prozent am Gesamtvorhaben, im EU-Sozialfonds sogar 95 Prozent. Die Chancen stehen so schlecht nicht.

Das sind die wichtigsten Vorhaben:

Die energetische Sanierung der Schulen in Henselstraße und Saarstraße

Die genannten EU-Fonds unterliegen bestimmten „Handlungsfeldern“. Eines ist die „Energieeffizienz“. Die energetische Sanierung der seit mehr als drei Jahren leerstehenden Lessingschule ist überfällig. Gleiches gilt auch für das Schulhaus in der Saarstraße mit der 2. Oberschule. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis als Schulträger gehen mittlerweile davon aus, dass beide Häuser auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Landrat Michael Harig will im Dezember-Kreistag einen Grundsatzbeschluss zum Schulstandort Kamenz einbringen. Es würde ihn gewiss nicht stören, kämen jeweils 1,8 Millionen Euro für beide energetischen Sanierungen aus dem Fonds für regionale Entwicklung.

Der Anbau an die Lessingschule in der Henselstraße

Das aktuelle Konzept für ein wieder innerstädtisches Gymnasium geht auch von einem Anbau an die Lessingschule aus, um einen mindestens dreizügigen Abiturschulbedarf abzudecken. Eine mögliche Förderung aus dem EU-Sozialfonds wäre im „Handlungsfeld Armutsbekämpfung“ gegeben, was natürlich nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne gilt. Beantragt werden sollen im allgemeinen Handlungsrahmen etwa 5 Millionen Euro. Das hat mit einem konkreten Umbauprojekt noch nichts zu tun. Zu allen Bauvorhaben muss natürlich ein Stadtratsbeschluss gefasst werden.

Die Modernisierung des Heizwerkes in der Friedensstraße

Auch die Ewag Kamenz hat am städtischen Handlungskonzept eine wichtige Aktie. Sie betreibt in der Stadt ein Fernwärmenetz, das ständiger Erneuerung bedarf. Das eine Heizwerk in der Friedensstraße, das seit einigen Monaten keinen Schornstein mehr hat, soll modernisiert werden. Dadurch könnten beide Heizkreisläufe – einer hat in Kamenz-Ost die Quelle – in der Stadt effektiver zusammengefügt werden. Für die Kraft-Wärme-Kopplung sind neue Module nötig, deren Einbau insgesamt mehr als zwei Millionen Euro kosten würde. Etwa 900 000 Euro könnten aus dem EU-Strukturfonds dafür lockergemacht werden.

Die Aufwertung des Neubaugebietes in Kamenz Ost

Das Wohnumfeld in Kamenz Ost ist ein Schwerpunkt der weiteren Stadtentwicklung. Hierfür gibt es inzwischen ein eigenes Handlungskonzept, das insbesondere das qualifizierte Wohngebietsmanagement beinhaltet. Ein zentraler Quartierstützpunkt ist ebenso angedacht, wie die Modernisierung des Sportplatzes an der Grundschule am Forst oder die Aufwertung des Bolzplatzes an der Christian-Weißmantelstraße. Die drei Vorhaben sind Teil des Maßnahmeplanes im neuen Entwicklungskonzept für Kamenz-Ost, konnten aber natürlich bisher noch nicht finanziell untersetzt werden. Jetzt tauchen sie richtigerweise im Konzept für eine mögliche EU-Förderung mit auf. Knapp eine Million Euro sind zunächst mal veranschlagt. Wichtig dabei wäre, dass der Schulsportplatz mehr als bisher für Vereine bzw. generell eine stärker öffentliche Nutzung geöffnet würde. Dies wäre eine Voraussetzung, um im europäischen Sozialfonds eine Zuschusschance zu haben.

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